SSW berechnen: nach Periode, Eisprung oder Transfer
SSW berechnen geht nach Periode, Eisprung oder Transfer, mit leicht unterschiedlichem Ergebnis. Wir erklären, was 12+3 bedeutet und warum der Ultraschall oft eine andere Woche zeigt.

Drei Wege zur gleichen Zahl
Die Schwangerschaftswoche lässt sich auf drei Arten berechnen, je nachdem, welchen Starttag du kennst: den ersten Tag deiner letzten Periode, den Tag deines Eisprungs oder, bei künstlicher Befruchtung, den Tag des Transfers. Am Ende steht immer dieselbe Art von Zahl, eine Woche und ein Tag, zum Beispiel 12+3. Die drei Rechnungen starten aber unterschiedlich, und deshalb können zwei Methoden um einige Tage auseinanderliegen, ohne dass eine davon falsch ist.
Nach der letzten Periode
Die gebräuchlichste Methode ist die nach Naegele. Sie zählt vom ersten Tag deiner letzten Periode an, nicht vom Tag der Befruchtung. SSW 0+0 ist also der erste Blutungstag, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar kein Kind existiert. Der errechnete Termin liegt 280 Tage, also 40 Wochen, später.
Diese Rechnung geht von einem Zyklus mit 28 Tagen und einem Eisprung um Tag 14 aus. Das trifft nicht auf jede Frau zu. Ist dein Zyklus länger, findet der Eisprung später statt, und die berechnete Woche liegt weiter vorne, als das Kind tatsächlich ist. Ist er kürzer, ist es umgekehrt. Trotzdem ist das die Methode, die im Mutterpass als Standard eingetragen wird, weil der erste Tag der letzten Periode meist der einzige Termin ist, den jede kennt, auch ohne Temperaturkurve oder Zyklus-App.
Nach dem Eisprung
Wenn du deinen Eisprung kennst, etwa durch Temperaturmessung, Ovulationstests oder eine App, die deinen Zyklus über mehrere Monate verfolgt, lässt sich genauer rechnen. Von Eisprung oder Befruchtung bis zum Termin sind es 266 Tage, also 38 Wochen. Diese Rechnung umgeht das Problem unterschiedlicher Zykluslängen, weil sie direkt an dem Ereignis ansetzt, das zählt: der Befruchtung.
Der Unterschied zur Periode-Rechnung fällt vor allem bei unregelmäßigen Zyklen ins Gewicht. Bei einem 35-Tage-Zyklus kann der Eisprung erst um Tag 21 liegen, eine Woche später als bei der Standardannahme. Die beiden Rechnungen liegen dann leicht eine Woche auseinander, ohne dass etwas falsch wäre. Beide sind Schätzungen, nur mit unterschiedlichen Ausgangspunkten.
Nach dem Transfer
Bei künstlicher Befruchtung ist der Starttag so genau bekannt wie sonst kaum: der Tag der Eizellentnahme gilt praktisch als Tag der Befruchtung. Beim Transfer ist das Alter des Embryos bekannt, meist drei oder fünf Tage. Von einem Transfer am dritten Tag bis zum Termin sind es 263 Tage, von einem Transfer am fünften Tag, dem Blastozystenstadium, 261 Tage.
Diese Methode gilt als die genaueste von allen, weil hier kein Eisprung geschätzt werden muss. Die Kinderwunschklinik trägt den errechneten Termin meist direkt in die Unterlagen ein, die du dann in den Mutterpass übernimmst.
| Methode | Starttag | Tage bis zum Termin |
|---|---|---|
| Letzte Periode | Erster Tag der letzten Blutung | 280 Tage |
| Eisprung | Tag des Eisprungs oder der Befruchtung | 266 Tage |
| Transfer, Tag 3 | Tag des Transfers | 263 Tage |
| Transfer, Tag 5 | Tag des Transfers | 261 Tage |
Was 12+3 bedeutet
Die Schreibweise mit dem Plus-Zeichen verwirrt oft am Anfang. SSW 12+3 heißt: 12 volle Wochen sind vergangen, dazu kommen 3 weitere Tage. Zusammen sind das 87 Tage seit dem Starttag der Rechnung, nicht seit der Befruchtung. Du befindest dich damit bereits in der 13. Schwangerschaftswoche, denn Wochen werden erst nach ihrem Abschluss gezählt, ähnlich wie bei einem Geburtstag: am ersten Geburtstag ist ein Kind ein Jahr alt, nicht im ersten Lebensjahr.
Diese Zählweise ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblich. In englischsprachigen Quellen liest du oft nur "week 13", ohne die Tage, was beim Vergleichen von Angaben zu Verwirrung führen kann. Wenn du also eine Zahl aus einer App oder einem Forum mit deinem Mutterpass vergleichst, lohnt sich ein zweiter Blick, ob Wochen oder Wochen und Tage gemeint sind.
Warum der Ultraschall eine andere Zahl zeigt
In den ersten Wochen misst die Ärztin oder der Arzt beim Ultraschall die Scheitel-Steiß-Länge, also die Länge des Embryos von Kopf bis Steiß. In dieser frühen Phase wachsen Embryonen sehr gleichmäßig, unabhängig davon, wie groß die Eltern später werden. Deshalb lässt sich aus dieser Länge das Alter zwischen der achten und zwölften Woche recht genau ablesen, oft genauer als aus der letzten Periode, besonders wenn der Zyklus unregelmäßig war oder der Eisprung später als angenommen stattfand.
Weicht die gemessene Größe um mehr als etwa fünf bis sieben Tage von der berechneten Woche ab, korrigiert die Praxis den errechneten Termin auf den Ultraschallwert. Das wird dann im Mutterpass vermerkt, oft mit einem Hinweis, nach welcher Methode der Termin bestimmt wurde. Ab der Mitte der Schwangerschaft wird diese Korrektur nicht mehr vorgenommen, weil Kinder ab diesem Zeitpunkt unterschiedlich schnell wachsen, je nach Veranlagung. Eine Abweichung in der 26. Woche bedeutet dann nicht automatisch ein falsches Datum, sondern zeigt eher, wie groß dein Kind im Vergleich zum Durchschnitt gerade ist.
Deshalb gilt der Termin, der im ersten Drittel per Ultraschall festgelegt wurde, in der Regel bis zur Geburt, auch wenn spätere Messungen etwas anderes vermuten lassen. Ärztinnen und Ärzte ändern den errechneten Termin später nur noch in Ausnahmefällen.
Warum die genaue Woche praktisch wichtig ist
Eine passende Woche ist nicht nur Formsache. Das Ersttrimester-Screening zwischen der 11. und 14. Woche, der Zuckerbelastungstest um die 24. bis 28. Woche oder die Frage, ab wann eine Geburt eingeleitet wird, hängen alle von einem möglichst genauen Datum ab. Je weiter die berechnete Woche daneben liegt, desto schwerer lässt sich der richtige Zeitpunkt für eine Untersuchung treffen. Deshalb lohnt es sich, bei der ersten Vorsorgeuntersuchung alle Daten mitzubringen, die du hast: den ersten Tag der letzten Periode, gemessene Temperaturkurven oder den Transferbericht aus der Kinderwunschklinik.
Was die Zahl am Ende bedeutet
Egal welche Methode du nutzt, der errechnete Termin bleibt eine Schätzung, kein festes Datum. Nur ein kleiner Teil der Kinder kommt genau an diesem Tag zur Welt. Die Woche ist trotzdem hilfreich, weil sie zeigt, welche Entwicklungsschritte in diesem Zeitraum typischerweise anstehen, von der Größe des Kindes bis zu den Untersuchungen, die jetzt anstehen.
Lunabia rechnet wahlweise ab der letzten Periode oder ab dem errechneten Termin, den du aus dem Ultraschall kennst, und zeigt dir Woche und Tag so, wie du sie auch im Mutterpass findest. Welche Methode du einträgst, bleibt dir überlassen, je nachdem, welches Datum du am verlässlichsten findest.
FAQ
Wie berechne ich meine SSW aus der letzten Periode?
Du zählst vom ersten Tag deiner letzten Periode an und addierst 280 Tage, also 40 Wochen. Das ist die Methode, die auch im Mutterpass als Standard verwendet wird. Sie setzt einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung um Tag 14 voraus, was nicht bei jeder Frau zutrifft.
Warum zeigt der Ultraschall eine andere Woche als meine eigene Rechnung?
Im ersten Drittel lässt sich das Alter aus der Scheitel-Steiß-Länge recht genau bestimmen, oft genauer als aus der letzten Periode. Weicht die gemessene Größe deutlich ab, wird der errechnete Termin entsprechend angepasst und gilt dann meist bis zur Geburt.
Was bedeutet SSW 12+3 genau?
Das Plus-Zeichen trennt volle Wochen von zusätzlichen Tagen. 12+3 heißt, dass 12 Wochen abgeschlossen sind und 3 Tage der 13. Woche dazukommen, insgesamt 87 Tage seit dem Starttag der Rechnung.
Ist die Berechnung nach dem Eisprung genauer als nach der letzten Periode?
Wenn du deinen Eisprung kennst, etwa durch Temperaturmessung oder Ovulationstests, liegt diese Rechnung oft näher an der tatsächlichen Befruchtung, besonders bei unregelmäßigen Zyklen. Bei einem Zyklus nahe 28 Tagen unterscheiden sich beide Methoden kaum.
Dieser Text ersetzt keinen Besuch bei deiner Ärztin oder Hebamme. Bei Beschwerden, Schmerzen oder Sorgen wende dich an sie, auch nachts.
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