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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Tabelle nach Ausgangsgewicht

· 4 Min. Lesezeit

Wie viel Gewicht in der Schwangerschaft üblich ist, hängt vom Ausgangsgewicht ab, nicht von einer festen Zahl. Diese Übersicht zeigt Richtwerte nach Wochen und BMI, ohne Diät-Ton.

Eine schwangere Frau steht barfuß auf einer Waage im Badezimmer.
Foto: Matilda Wormwood, Pexels (Pexels-Lizenz)

Die Zahl auf der Waage sagt in der Schwangerschaft weniger, als du vielleicht denkst. Trotzdem fragen sich viele werdende Mütter, ob das, was sie bisher zugenommen haben, im üblichen Rahmen liegt. Eine Tabelle kann dabei helfen, wenn du sie als grobe Orientierung liest und nicht als Vorgabe, die du erfüllen musst.

Warum die Zunahme so unterschiedlich ausfällt

Wie viel eine Frau in der Schwangerschaft zunimmt, hängt zuerst vom Gewicht vor der Schwangerschaft ab. Wer mit wenig Reserven startet, braucht in der Regel mehr Zunahme, um das Kind gut zu versorgen. Wer schon vorher mehr Gewicht mitbringt, braucht tendenziell weniger zusätzliches Gewicht, weil der Körper schon über Reserven verfügt. Dazu kommen Übelkeit, Appetit, Bewegung im Alltag und schlicht, wie der eigene Körper mit der Schwangerschaft umgeht. Bei Zwillingen oder Mehrlingen verändert sich die Rechnung noch einmal, dafür gibt es keine pauschalen Zahlen, das besprichst du am besten direkt mit deiner Hebamme.

Richtwerte nach Ausgangsgewicht

Internationale Fachgesellschaften geben Spannen an, die sich am Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft orientieren. Sie gelten für eine Schwangerschaft mit einem Kind.

Ausgangsgewicht (BMI vor der Schwangerschaft)übliche Gesamtzunahme
unter 18,5 (Untergewicht)12,5 bis 18 kg
18,5 bis 24,9 (Normalgewicht)11,5 bis 16 kg
25 bis 29,9 (Übergewicht)7 bis 11,5 kg
ab 30 (Adipositas)5 bis 9 kg

Deinen BMI vor der Schwangerschaft bekommst du, indem du dein Gewicht in Kilogramm durch deine Größe in Metern zum Quadrat teilst. Manche finden den Wert auch im Mutterpass vermerkt. Wichtig ist: Das sind Spannen, keine Zielwerte. Innerhalb jeder Gruppe liegen viele gesunde Schwangerschaften am oberen oder unteren Rand, manche auch knapp darüber oder darunter. Deine Hebamme oder dein Frauenarzt kennt deinen Ausgangswert und kann einschätzen, ob deine Zunahme zu dir passt, nicht zu einer Tabelle.

Wie sich die Zunahme über die Wochen verteilt

Im ersten Drittel der Schwangerschaft verändert sich das Gewicht oft kaum. Manche Frauen nehmen durch Übelkeit sogar leicht ab, das ist meist kein Grund zur Sorge, solange du trinken und zumindest etwas essen kannst. Insgesamt sammeln sich in den ersten zwölf Wochen häufig nur ein bis zwei Kilo an, bei manchen auch gar keine.

Ab dem zweiten Drittel nimmt die Kurve spürbar zu. Bei Normalgewicht vor der Schwangerschaft liegt die Zunahme dann häufig bei etwa 300 bis 500 Gramm pro Woche, bei höherem Ausgangsgewicht eher darunter. Das ist ein Durchschnitt über mehrere Wochen, nicht ein Wert, den du jede einzelne Woche erreichen musst. Manche Wochen passiert wenig, andere mehr, das gleicht sich meist aus. Gegen Ende der Schwangerschaft, in den letzten ein bis zwei Wochen vor dem Termin, flacht die Kurve bei vielen wieder ab, manchmal bleibt das Gewicht sogar kurz stehen. Auch das ist normal.

Wer mag, trägt das Gewicht neben dem Bauchfoto in einer App wie Lunabia ein, einfach um den eigenen Verlauf zu sehen, nicht um ihn zu bewerten.

Woraus das zusätzliche Gewicht besteht

Ein Teil der Verwirrung kommt daher, dass die Zunahme wie reines Körperfett wirkt, dabei steckt viel mehr dahinter. Das Kind selbst wiegt am Ende der Schwangerschaft im Schnitt rund 3,3 Kilogramm, je nach Kind auch deutlich mehr oder weniger. Dazu kommen Plazenta und Fruchtwasser, zusammen etwa anderthalb bis zwei Kilo. Das Blutvolumen steigt um etwa 30 bis 50 Prozent, damit das Kind gut versorgt wird. Gebärmutter und Brustgewebe wachsen, der Körper legt zudem Fettreserven an, die nach der Geburt beim Stillen helfen. All das zusammen macht den größten Teil der Zunahme aus, nicht ein einzelnes zu viel essen.

Worauf es eher ankommt als auf die Waage

Die Tabelle oben ist ein Rahmen, kein Programm zum Abarbeiten. Es hilft mehr, auf Hunger und Sättigung zu hören, regelmäßig zu essen und dabei auf Vielfalt zu achten, als Kalorien zu zählen oder die Zunahme bewusst zu bremsen. Schwangerschaft ist keine Zeit zum Abnehmen, auch nicht bei höherem Ausgangsgewicht, dafür ist sie nicht gedacht. Bewegung im Alltag, etwa Spazieren oder leichtes Training, tut den meisten gut, ersetzt aber keine ärztliche Rücksprache, wenn du unsicher bist, was für dich passt.

Wiege dich, wenn es dir hilft, ruhiger zu sein. Wenn es dich eher unruhig macht, darfst du die Waage auch einfach stehen lassen und die Kontrolle bei den Vorsorgeterminen abwarten, dort wird ohnehin regelmäßig gewogen.

Wann du genauer hinschauen solltest

Eine sehr schnelle Zunahme innerhalb weniger Tage, zusammen mit Schwellungen im Gesicht oder an den Händen, starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen, ist ein Warnzeichen für eine Schwangerschaftskomplikation wie eine Präeklampsie. Ruf in diesem Fall in der Klinik oder bei deiner Hebamme an, auch nachts, das wartet nicht bis zum nächsten Termin.

Auch der andere Fall verdient einen Blick: Wenn du über Wochen nicht zunimmst oder abnimmst, obwohl du isst, oder wenn starke Übelkeit das Essen kaum zulässt, sprich das bei der nächsten Vorsorge an oder früher, wenn es dir nicht gut geht. Beide Richtungen, zu viel auf einmal oder gar nichts, sind das, was zählt, nicht die genaue Zahl auf der Tabelle.

FAQ

Wie viel sollte ich in der Schwangerschaft insgesamt zunehmen?

Das hängt von deinem Gewicht vor der Schwangerschaft ab. Bei Normalgewicht liegt die übliche Gesamtzunahme bei etwa 11,5 bis 16 Kilogramm, bei höherem oder niedrigerem Ausgangsgewicht verschiebt sich die Spanne nach unten oder oben. Deine Hebamme kann einschätzen, was für dich passt.

Ist es schlimm, wenn ich mehr oder weniger zunehme als in der Tabelle?

Nicht automatisch. Die Werte sind Richtwerte für viele Schwangerschaften, keine Zielmarke für jede einzelne Frau. Wichtiger ist, wie es dir geht und was deine Vorsorgetermine zeigen.

Nehme ich in den ersten Wochen der Schwangerschaft schon merklich zu?

Meistens nicht. In den ersten zwölf Wochen bleibt das Gewicht oft fast gleich oder sinkt sogar leicht durch Übelkeit. Der deutliche Anstieg beginnt meist erst im zweiten Drittel.

Was bedeutet eine plötzliche starke Zunahme im letzten Trimester?

Zusammen mit Schwellungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann das auf eine Präeklampsie hinweisen. Ruf in diesem Fall in der Klinik oder bei deiner Hebamme an, auch nachts.

Dieser Text ersetzt keinen Besuch bei deiner Ärztin oder Hebamme. Bei Beschwerden, Schmerzen oder Sorgen wende dich an sie, auch nachts.

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