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Zyklus-App und Datenschutz: wo deine Daten liegen

· 6 Min. Lesezeit

Zyklusdaten verraten mehr als fast alles andere, was du in ein Telefon tippst. Sieben Fragen, die du jeder Zyklus-App stellen solltest, und wie Lunabia sie beantwortet.

Eine Frau sitzt abends im Bett und hält ihr Telefon in der Hand
Foto: cottonbro studio, Pexels (Pexels-Lizenz)

Eine Zyklus-App weiß, wann du deine Periode hast. Damit weiß sie auch, wann du sie nicht hast. Sie weiß, ob du versuchst, schwanger zu werden, ob es geklappt hat, und manchmal, ob es nicht geblieben ist. Sie weiß, wann du Sex hattest, wenn du es einträgst, und wie du dich an welchen Tagen fühlst. Kaum etwas, das du in ein Telefon tippst, ist so intim. Trotzdem lesen die wenigsten, wohin diese Daten gehen. Dieser Text hilft dir dabei, die richtigen Fragen zu stellen.

Warum Zyklusdaten anders sind als andere Daten

Rechtlich sind sie Gesundheitsdaten. Die Datenschutz-Grundverordnung stellt sie in Artikel 9 unter besonderen Schutz, zusammen mit Daten über Religion, Sexualleben oder Herkunft. Eine App darf sie nur mit deiner ausdrücklichen Einwilligung verarbeiten, und sie darf sie nicht für Zwecke verwenden, denen du nicht zugestimmt hast.

Praktisch sind sie wertvoll. Wer weiß, dass eine Frau schwanger ist, weiß, dass sie in den nächsten zwei Jahren viel Geld ausgeben wird, und weiß es Monate vor allen anderen. Deshalb sind Zyklus- und Schwangerschaftsdaten für Werbenetzwerke besonders interessant, und deshalb haben mehrere große Anbieter in den letzten Jahren Ärger bekommen, weil Daten aus der App an Facebook, Google oder Analysefirmen gingen, während die Datenschutzerklärung etwas anderes behauptete. Die amerikanische Handelsaufsicht hat 2021 einen der größten Anbieter genau dafür zur Rechenschaft gezogen.

Und sie sind, je nach Land, gefährlich. In Ländern, in denen Abtreibung strafbar ist, wurden Daten aus Apps und Suchverläufen schon als Beweismittel verwendet. In Deutschland ist das heute kein Thema. Aber Daten, die einmal auf fremden Servern liegen, bleiben dort länger, als Gesetze gleich bleiben.

Sieben Fragen an jede Zyklus-App

Du musst keine Datenschutzerklärung von vorne bis hinten lesen. Diese sieben Fragen reichen, und die Antworten findet man meist in fünf Minuten.

1. Läuft die App ohne Konto?

Die beste Datenweitergabe ist die, die nicht stattfindet. Eine App, die alles auf dem Telefon behält, kann nichts verkaufen, verlieren oder herausgeben. Wenn eine App dich beim ersten Start zwingt, ein Konto anzulegen, hat sie sich schon entschieden, deine Daten auf ihren Servern zu wollen.

2. Wo liegen die Daten, und wer betreibt die App?

Das sind zwei Fragen, und beide zählen. Innerhalb der EU gilt die DSGVO ohne Umwege. Außerhalb braucht es Zusatzverträge, deren Wirksamkeit Gerichte schon mehrmals gekippt haben. "Wir nehmen Datenschutz sehr ernst" ist keine Ortsangabe. "Rechenzentrum in Frankfurt" oder "Region EU" ist eine.

Der Ort der Server ist aber nur die halbe Antwort. Sitzt die Firma dahinter außerhalb der EU, greift sie von dort auf die Daten zu, egal wo die Festplatte steht, und es gilt zusätzlich das Recht ihres Landes. Eine ehrliche Datenschutzerklärung nennt beides: wo die Daten liegen und wo die sitzen, die sie betreiben.

3. Stecken Werbe- oder Analysebausteine drin?

Die meisten Apps enthalten Bausteine von Drittanbietern: für Absturzberichte, für Nutzungsstatistik, für Werbung. Jeder dieser Bausteine sendet Daten an seinen Hersteller, oft mehr, als der App-Anbieter selbst weiß. Die Datenschutzerklärung muss sie nennen. Wenn dort Google Analytics, Facebook SDK, Firebase oder ein Werbenetzwerk steht, verlassen Daten die App, egal was der Rest des Textes sagt.

4. Fragt die App nach Dingen, die sie nicht braucht?

Ein Zyklus lässt sich mit dem Datum der letzten Periode berechnen. Dafür braucht niemand deinen Namen, dein Geburtsdatum, deine Telefonnummer oder deine Kontakte. Jede Angabe, die die App verlangt, ohne dass die Funktion sie braucht, ist eine Angabe, die jemand anders haben will.

5. Kannst du alles löschen?

Nicht nur das Konto, sondern die Daten dahinter. Die DSGVO gibt dir das Recht darauf. Eine seriöse App hat dafür einen Knopf oder eine Adresse, und sie sagt, wie lange es dauert und was danach noch übrig ist, etwa in Sicherungen.

6. Was passiert, wenn die Firma verkauft wird?

Das steht in fast jeder Datenschutzerklärung, meist unter "Unternehmensübertragung", und es steht dort, weil es vorkommt. Wenn deine Daten Teil der Verkaufsmasse sind, gelten danach die Regeln des Käufers. Achte darauf, ob die App verspricht, dich in diesem Fall zu fragen, oder nur, dich zu informieren.

7. Ist die Erklärung so geschrieben, dass du sie verstehst?

Das ist kein Nebenpunkt. Eine Datenschutzerklärung, die zwanzig Seiten lang ist und "berechtigte Interessen" auf jeder zweiten Seite nennt, ist so geschrieben, damit du sie nicht liest. Wer wenig mit deinen Daten macht, kann das auf einer Seite sagen.

Wie Lunabia es hält

Wir bauen selbst eine Zyklus-App, also gehören die sieben Antworten hierher.

Lunabia läuft ohne Konto. Alles, was du einträgst, liegt zuerst auf deinem Telefon, und wenn du nie ein Konto anlegst, bleibt es dort. Ein Konto brauchst du nur, wenn du deine Daten auf einem zweiten Gerät sehen oder gegen Verlust sichern willst. Es besteht aus einer E-Mail-Adresse und einem sechsstelligen Code, der dir zugeschickt wird. Kein Passwort, kein Name, keine Telefonnummer, keine Werbekennung.

Auf Frage 2 ist unsere Antwort nicht die, die wir am liebsten geben würden, also geben wir sie genau. Die Daten liegen bei Cloudflare. Für die Ablage der Fotos und Videos ist der EU-Rechtsraum fest eingestellt und zugesichert. Für die Datenbank mit den Einträgen ist als Ort Westeuropa angegeben; das ist eine Region, keine Zusage für ein bestimmtes Land. Betrieben wird Lunabia von der Fluxera LLC mit Sitz in den USA, und von dort greifen wir auf die Daten zu. Die USA gelten nach europäischem Recht als Drittland. Die Datenschutzerklärung sagt, was das bedeutet und worauf sich die Verarbeitung stützt. "Server in Deutschland" behaupten wir deshalb nicht, und ein Siegel erfinden wir auch nicht.

Weil Zyklusdaten Gesundheitsdaten sind, fragt die App beim ersten Start in einem eigenen Schritt nach deiner ausdrücklichen Einwilligung, vor der Anmeldung und bevor irgendetwas gespeichert wird. Der Schalter dafür ist nicht vorangekreuzt, und zurücknehmen kannst du sie jederzeit mit einem Tippen.

In der App stecken keine Werbebausteine, keine Analysebausteine und keine Zählpixel. Auch nicht auf dieser Webseite: Sie setzt keine Cookies und lädt nichts von fremden Servern, nicht einmal die Schriften. Wir wissen nicht, wie oft du die App öffnest, und wir wollen es nicht wissen.

Die App fragt nach dem, was die jeweilige Funktion braucht, und sonst nichts. Für den Zyklus ist das der erste Tag deiner Periode. Die Vorhersage rechnet ab dem zweiten Eintrag mit deinen eigenen Zyklen statt mit 28 Tagen, und diese Rechnung passiert auf dem Telefon.

Für die Sperre gibt es einen Code in der App, unabhängig von der Sperre des Telefons. Wer dein Telefon in der Hand hat, sieht damit nicht automatisch deinen Kalender.

Und zum Löschen: Ohne Konto löschst du die App, und alles ist weg. Mit Konto gibt es in der App unter Mehr, Profil den Knopf "Konto löschen". Er entfernt sofort alles, was auf dem Server zu deinem Konto liegt: Einträge, Fotos und Videos. Eine Mail an uns brauchst du dafür nicht.

Was du selbst tun kannst

Ein paar Dinge, die unabhängig von der App gelten:

  • Sieh dir alte Zyklus-Apps auf deinem Telefon an. Wenn du eine nicht mehr nutzt, lösch nicht nur die App, sondern lass auch das Konto löschen. Die Daten liegen sonst weiter dort.
  • Prüf die Berechtigungen. Eine Zyklus-App braucht keinen Zugriff auf Standort, Kontakte oder Mikrofon.
  • Nutz die Sperre des Telefons und, wenn die App eine hat, ihre eigene.
  • Lies bei einer neuen App die Datenschutzerklärung mit den sieben Fragen oben. Fünf Minuten reichen, um die meisten auszusortieren.

Du musst niemandem vertrauen, der dir sagt, dass er deine Daten ernst nimmt. Du kannst nachsehen.

FAQ

Sind Zyklus-Apps sicher?

Das hängt von der App ab. Gute Zeichen sind: Sie läuft ohne Konto, enthält keine Werbe- oder Analysebausteine, sagt genau, wo die Daten liegen und wer sie betreibt, und macht dir das Löschen leicht. Das lässt sich in der Datenschutzerklärung in wenigen Minuten prüfen.

Welche Zyklus-App ist DSGVO-konform?

Jede App, die in der EU angeboten wird, muss die DSGVO einhalten. Der Unterschied liegt darin, wie viele Daten sie überhaupt erhebt und wohin sie sie schickt. Am meisten macht aus, dass wenig erhoben wird, dass nichts an Werbenetzwerke geht, und dass klar ist, wo die Daten liegen und von wo aus auf sie zugegriffen wird.

Kann ich eine Zyklus-App ohne Konto nutzen?

Bei manchen Apps ja, bei vielen nicht. Lunabia läuft ohne Konto, alle Daten bleiben dann auf dem Telefon. Ein Konto brauchst du nur für den Abgleich zwischen mehreren Geräten.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich die App lösche?

Ohne Konto sind sie mit der App weg. Mit Konto liegen sie weiter auf dem Server, bis du das Konto löschst. In Lunabia geht das in der App selbst. Deshalb lohnt es sich, bei jeder App zu wissen, wie das geht, bevor man sie installiert.

Dieser Text ersetzt keinen Besuch bei deiner Ärztin oder Hebamme. Bei Beschwerden, Schmerzen oder Sorgen wende dich an sie, auch nachts.

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